Winter 2004/2005


Und auch dieses Jahr gibt es wieder mal einen Winter...
Wie gehabt, Zeit genug, um sich Gedanken zu machen, wie es weiter gehen soll.

Da für unsere 900er nach dem 24-Stunden-Rennen nun eine etwas größere Revision, besonders am Motor ansteht, war mit der Idee, die Pantah wieder zu reaktivieren, deutlich mehr Arbeit im Anflug.
Immerhin hatte damals ein rausgedrückter Kolbenbolzensicherungsring mit entsprechenden Effekten aus dem Pantah-Motor ein leichtes Trümmerwerk erzeugt.
So waren nun neue Motorhälften mit einem neuen Zylinder und Kolben inkl. Zubehör erforderlich, um unseren ersten Rennmotor wieder ins Leben zurück zu holen.

Gleichzeitig konnten die über die letzten Jahre gemachten Erfahrungen bzgl. Fahrwerke in die Pantah einfließen.
Dies hatte zur Folge, dass die 38er Marzocchi-Gabel mit neuen, selbsthergestellten Dämpferkomponenten ausgerüstet wurde, um den "Känguruh-Effekten" beim herzhaften Anbremsen Herr zu werden.
Denn in den Zeiten, in der die Pantah noch in vollem Langstreckeneinsatz war, hatten wir so unsere liebe Mühe mit der Marzocchi-Gabel.
Nicht das sie nicht wollte, nein, sie machte manchmal doch eher etwas zu viel...

Ein Grund war die Durchschlagdämpfung der Gabel, die ca. 25mm vor dem mechanischen Ende einsetzt. Da aber gerade in diesem Bereich beim Anbremsen viel gearbeitet werden muss, hat der Reifen alle noch auftretenden Bodenunebenheiten zu puffern. Da er dies auch sicherlich tut, dies allerdings so gut wie ungedämpft, wird die Energie, die dabei in den Reifen eingekoppelt wird, postwendend zurückgegeben.
Es kommt zu einem Stempeleffekt der Gabel, die einen eher an Rodeoreiten erinnert als an kontrolliertes Bremsen.
Kürzt man nun den unteren Gabeleinsatz ein wenig und dreht den Rest konisch zu, bleibt er als Stützsockel der Kolbeneinheit erhalten, wirkt aber kaum noch bei der Enddämpfung der voll eintauchenden Gabel. Ein Durchschlagen der Gabel wird nun bei Schlaglöchern zwar wahrscheinlich, nur gibt es diese auf den Rennstrecken Gott sei Dank ja nicht...

Als nächster Schritt wird das Zugstufenventil korrigiert werden. Die Versuche dazu folgen allerdings erst im August.
Ziel ist es, das Chattering der Gabel in den Griff zu bekommen. Wir vermuten, dass die gut 2mm Regellose des Ventils dafür verantwortlich ist. Leider ist die Gabel als Serienprodukt nicht mit den feinsten Komponenten ausgestattet, sodass auch hier eine kleine Korrektur große Wirkung zeigen könnte. Da die Gabel über den Bereich der Regellose vollkommen ungedämpft funktioniert, also im Grunde genommen weder Zug- noch Druckstufe wirken, wird der Reifen durch kleinsten Unebenheiten schon angeregt. Dumm nun, dass es wieder zu einem unkontrollierten freien Schwingen kommen kann zwischen Reifen und Gabelfeder. Für den allgemeinen Straßenverkehr schon okay, für die Extemsituationen auf der Rennstrecke aber weniger schön. Änderungen werden also folgen...

Und die 900er?
Die bekommt ein paar neue Kolbenringe, um den zum Schluß doch beträchtlich gestiegenen Ölverbrauch wieder herunterzufahren. Sünde nur, dass es bislang ein kleineres Drama war, an die originalen Ringe zu kommen. Einerseits kann man diese bei den geforderten Preisen bald einzeln anfertigen lassen, als dass die Originalringe neu nicht mal zu bekommen waren. Somit wurde auch hier mal wieder etwas gezaubert und auf andere ausgewichen. Leider aber nicht ohne Korrekturen an den Kolben...

Da im Zuge der Reglementanpassungen des German-Endurance-Cups eine Leistungsanpassung vorgenommen wurde und somit zukünftig 86 PS erlaubt sind, werden wir mit 40er Vergasern und einer etwas erhöhter Kompression in die Schlacht der Saison 2005 ziehen.
Und die beginnt mit der 900er Anfang Juni in Oschersleben...  :-)


Geschrieben von Jens-Uwe

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